Einfach mal nackt im Wind stehen und glücklich sein

Glück – es gibt nichts, nach dem wir uns so sehr sehnen, das wir gleichzeitig so schlecht fassen und definieren können. Die chemischen Prozesse während Glücksmomenten, die Glücksgefühle auslösen, durchschauen wir mittlerweile. So können wir sie fast per Knopfdruck reproduzieren, aber wie erschaffen wir uns ein dauerhaft glückliches Leben?

Glücksgefühl ist nicht gleich glücklich sein

Endorphine, Oxytocin, Dopamin, Serotonin: Alles Stoffe, die bei uns sogenannte Glücksgefühle erzeugen. Der Genuss einer Tafel Schokolade oder eine Runde Sport reichen meist schon aus, damit unser Körper sie verstärkt produziert und ausschüttet. Ein glückliches Leben haben wir durch deren Aneinanderreihung trotzdem nicht. Und (leider) kann die Lösung nicht sein, eine Tafel Schokolade nach der anderen zu verputzen. Das wäre so schön einfach und so lecker.

Im Gegenteil treibt uns die Jagd nach Glücksgefühlen viel eher in die Abhängigkeit, denn sie verblassen schnell, wir brauchen immer mehr, eine höhere Dosis, um sie zu spüren. Abhängigkeit, für mich das Gegenteil von Glück. 

Von der Selbstoptimierung und der Selbstgeißelung

Glücksgefühle entstehen auch, wenn wir etwas Besonderes geschafft, ein Ziel erreicht oder ein Problem gelöst haben. Die Herausforderungen und Ziele werden schnell immer höher gesteckt: ein Ironman, 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und einem Marathonlauf über 42,195 km. Der Stolz und das kurzzeitige Hochgefühl sind groß, der Körper aber auch völlig am Ende. 

Durch den Selbstoptimierungswahn unserer Gesellschaft sind viele richtig gemein zu sich selbst; fordern von sich alles und von anderen nichts. Sie reiben sich auf für den Chef und die Familie – atemlos, in dem Glauben, so am Ende glücklich zu werden. Sich über sein Leiden für andere und seine Leistung zu definieren führt aber irgendwann zum körperlichen und emotionalen Bankrott, zu Depressionen, Burnout und Krankheit.

Herausforderungen zum Wachsen

Langfristiges Glück erreichen wir dagegen nur durch seelisches Gleichgewicht und körperliche Gesundheit. Und natürlich brauchen wir auch Herausforderungen, um unser seelisches Gleichgewicht zu finden, Gelassenheit zu entwickeln und zu wachsen. Der Wind kommt oft von vorne und fordert uns heraus, aber auch eigene Ziele sind sinnvoll. Jedoch in einem Rahmen, der komfortabel ist.

Ich muss keinen Ironman laufen. Ich kann mich genauso gut in kleineren Etappen bewegen und tolle Erfolgserlebnisse haben. Dann kann ich währenddessen für mich sorgen, mich zwischendurch erholen, mit frischen Wasser in der Tasche, leichtem Gepäck, einer Dusche am Abend und einem komfortablen Bett im Wohnwagen. 

Selbsterkenntnis und Selbstakzeptanz

Kurz: Ich sorge dafür, dass ich auftanke. Dafür muss ich natürlich wissen, was in meinen Tank gehört. Das ist bei jedem etwas Anderes. Je besser man sich selbst kennt, desto mehr bleibt man bei sich, verliert sich nicht im Außen.

Niemand anders kann uns glücklich machen als wir selbst. Vielleicht schenkt uns jemand kurzzeitige Glücksgefühle, aber für unser Lebensglück ist niemand anderes verantwortlich als wir selbst. Daher können wir uns auch getrost von dem Bedürfnis verabschieden, uns zu beweisen.

Je besser Sie sich kennen, desto genauer wissen Sie, was Ihnen gut tut und was Sie brauchen, um Energie und Kraft zu tanken. Die Motive werden klarer und das Leben lässt sich leichter nach den eigenen Vorstellungen formen – leben statt gelebt werden.

Freiheit und Glück

Das Ziel für ein langfristig schönes und glückliches Leben muss also sein: Es einfach mal ganz unverschämt zu genießen! Ausbrechen und aufhören sich über Leistung zu definieren! Sich selbst mögen, zumindest den Großteil der Zeit! Nackt im Wind stehen und sich dabei so wohlfühlen wie man ist! Meer vom Leben.

 

Wollen Sie genau das? Dann freue ich mich auf Ihren Anruf!

 

 

 

 

 

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